Ich nenne es Zuhause

Ich wache auf: duschen, frühstücken, Zähne putzen, onanieren, denken. An dich? Die Misere ist ein notwendiger Teil davon. Ich muss irgendwohin; ich glaube, ich muss zu uns. Rituale sind ein immer wiederkehrendes Muster, aber ich habe die Reihenfolge vergessen.

„Hi, wie geht’s dir?“ fragt er mich mit seinen ganz kleinen Augen und seinem rothaarigen rasierten Dummkopf. Ein ewiges Grinsen. Der Versuch, eine Verbindung herzustellen. Er findet mich aber nicht. Ich bin woanders. Ich glaube, ich bin schon auf dem Weg. Ich suche mein eigenes Tempo.

Wir planen jeden Moment unserer Existenz. Wir wollen dieses und jenes. Wir suchen uns einen Ort, an dem wir eine Funktion erfüllen, an dem wir uns akzeptiert fühlen. Freundschaft, Liebe, Arbeit. Das, was uns ausmacht. Wir haben gelernt, das tut uns gut. Wir glauben, wir sind glücklich. Ein immer wiederkehrendes Muster. Man nennt es Zuhause.

Weggegangen von dem Ort, wo ich herkam, suche ich zwischen den Zeilen, zwischen uns, ein verlorenes Gefühl. Verspannt im ewigen Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich befinde mich hier und da, zerstreut, hin und her gerissen zwischen den Orten, die mich ausmachen. Ich suche den warmen Duft. Alt und vergessen. Ich suche den Ort, den Punkt, an dem alle Teile wieder zum Ganzen werden, an dem ich wieder ich bin. Vergangenheit und Zukunft treffen sich an diesem Ort, der ewig bleibt. Hier bist du und ich bin glücklich. Ich nenne es Zuhause.

Ich wache auf: duschen, frühstücken, Zähne putzen, onanieren, denken. An dich? Die Misere ist ein notwendiger Teil davon. Ich muss irgendwohin; ich glaube, ich muss zu uns. Rituale sind ein immer wiederkehrendes Muster, aber ich habe die Reihenfolge vergessen.

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