Rosa Rauschen

Jede Produktion von Musik muss sich letztlich an dem Verhältnis von Variation und Wiederholung abarbeiten. Im pink noise fallen diese beiden Momente zusammen. Die Zufälligkeit der einzelnen Schallpartikel ergibt im Gesamthöteindruck ein monotones Rauschen.

 

Eintönigkeit umschließt das akustische Bewusstsein.

 

Sie ist im Ganzen nichts anderes als diese Monotonie. Sie ist eine Vielzahl an Bewegungen, die aber selbst nichts mehr bewegen. Sie ist immer neu, ohne je anders gewesen zu sein, nie wiederholt und nie variiert. Sie hat sich in sich selbst hineinbewegt, ist sich selbst gleich geworden, indifferentes Ein- und Ausatmen.

 

Klangflächen gleichen offenen, horizontlosen Ebenen.

 

Der Rest an musikalischen Accessoires wie Melodie, wiederkehrender Refrain, Strophe…etc. kann hier als bunter Nebel, sichtbarer Luftzug vorgestellt werden, der ebenso schnell  verfliegt wie auch wieder auftritt; in kleinen, unwesentlichen Variationen immergleicher Verwirbelungen.

 

Rhythmusfiguren sind kleine Wölbungen, Hügel und Risse im Boden.

 

Liegt man zuhörend auf diesem, macht sich vielleicht die Öde dieser Landschaft bemerkbar, die nicht anders kann als ihren Ursprung zu wiederholen: Was pink noise war, bleibt auch aufgetrennt und neu geordnet immer noch ein bloßes Rauschen.

 

Der Bass pulsiert als schwarzes Magma unter den anderen Schichten.

 

Die tanzenden Nebelfetzen verziehen sich, ihr Lärm durch Windstille ersetzt. Das Magma erkaltet, die Ebene glättet sich, das Bild selbst erstarrt, die Zeit kristallisiert sich an einem Punkt, das Rauschen hält an, bleibt nur noch gegenwärtig.

 

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