Daniel Hoyer

Daniel Hoyer

Daniel Hoyer studierte Philosophie und Komparatistik in München, lebt und promoviert in Berlin. Gedanklich in Platonismus und Idealismus versunken, kreisen seine Gedanken um die Natur des Denkens, dessen Metaphysik und die Antike.

Beiträge von Daniel Hoyer

Plotinus on the „experience of thought“

I Among other things, Plotinus is known for his devotion to spiritual insight. This might sound esoteric to modern ears and unscientific or, far worse, outdated – at least as an object of serious scholarly attention. But that’s not what it actually means. Plotinus’ writings are after all parts of an endeavour that aims at […]

Plotin über Natur, Theorie und Praxis

I. Einleitung. Plotin ist nicht als Denker der Natur bekannt. Stattdessen dominieren Mystik und Weltflucht die populäre Vorstellung seines Denkens. Der Philosoph, der nach den Worten seines Schülers Porphyrios sich schämte, einen Körper zu haben,[1]Vgl. Porphyrios, Vita Plotini, Kapitel 1, in: Dillon, John: Plotinus. The Enneads, translated by Stephen MacKenna, London: Penguin Books, 1991, cii. […]

Walter Benjamin und der philosophische Stil

Walter Benjamin skizziert in der Vorrede zu seinem Trauerspielbuch den Begriff philosophischen Stils durch eine Reihe von Postulaten; er wird über die Forderung bestimmt, gewisse Ausdrucksmittel an die Stelle anderer zu setzen, wodurch der Eindruck eines Programms entsteht, das Benjamin dem Ausdruck der Gedanken verordnen möchte.: Der Begriff des philosophischen Stils (…) hat seine Postulate. […]

Zum Bewusstsein der Moderne

Dass die Moderne – als Epochenzeitraum, der um die Jahrhundertwende gruppiert wird – kein einheitliches kulturelles Projekt bezeichnet, wird unter anderem dadurch kenntlich, dass Modernität ihrem Wesen nach sich selbst überholt. Zum Ausdruck „Das Ende der Moderne“ schreibt Robert Spaemann: „’Modern’ ist ja an sich ein altes, durchaus formales und relatives Prädikat, das jeweils die […]

Walter Benjamin

Adornos Rückschau auf das Leben und Werk Walter Benjamins[1]Theodor W. Adorno, “Charakteristik Walter Benjamins,“ Walter Benjamin. Sprache und Geschichte. Philosophische Essays (2017): 155-171.  beginnt mit dessen Freitod am 27. September 1940. Benjamin war Teil einer Gruppe von Flüchtenden, die vom unbesetzten Teil Frankreichs aus versuchten, über die spanische Grenze zu gelangen und so schließlich Europa […]

Urteil und Kritik

Kritik ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist sie die Waffe des aufklärerischen Geis-tes. In diesem Sinne stellt sie die unverzichtbare Kompetenz dar, das eigene Leben nach wohlgeprüften, eigenverantwortlichen Maßstäben zu leben. Sie ist damit das eigene, das zugleich für alle anderen gilt, erhebt sie doch Anspruch auf einen öffentlichen Diskursraum, in dem […]

Gegen sachliche Kritik

Gute Kritik ist nicht sachlich. Gute Kritik ist menschlich. Was heißt es, gute Kritik sei menschlich? Sie zu üben ist eine Praxis, mit der wir uns in einem ethischen Problemfeld situieren. Aber meinen wir mit sachlicher Kritik nicht zu aller erst gute Kritik? Sie lässt den neutralen Sachbezug anklingen, der uns vor den Versuchungen durch […]