Christian Lamp

Christian Lamp

Beiträge von Christian Lamp

Philosophische Häresien. Eine Materialsammlung.

[Folgendes Beispiel veranschaulicht den Kampf um die Sprache in der Philosophie; es ist der Vorrede zu einer 2017 an der philosophischen Fakultät München eingereichten Hausarbeit entnommen. Weder die erzielte Note noch das Gutachten des Dozenten konnten ermittelt werden. — Der Herausgeber.] [47] Vor dem Wort Es soll Menschen geben, die Philosophie betreiben als Klauberei von […]

Hegel im Einkaufszentrum

Manchmal beschleicht einen das Unbehagen, dass Hegel doch nicht Recht habe. Insbesondere im Einkaufszentrum, umgeben von verkleideten Charaktermasken, beginnt man an seiner Kritik der Physiognomik zu zweifeln. In der Phänomenologie des Geistes heißt es an einer Stelle: “Zu dem äußeren Ganzen gehört also nicht nur das ursprüngliche Sein, der angeborene Leib, sondern ebenso die Formation […]

Töpfermarkt

Ein scheinheiliges Bild Fürstenfeldbruck ist eine kleine unbedeutende Stadt, irgendwo in Bayern. An einem sommerlichen Samstag blickt die prunkvolle Barockkirche vorwurfsvoll auf den Töpfermarkt zu ihren Füßen. Das schamlose Eindringen des Kapitalismus in die heilige Idylle scheint die Profanierung des Sakralen einmal mehr zu wiederholen. Doch lasset uns beten – und den Widerspruch entfalten. Der […]

Notizen zu einer Phänomenologie des Autos

Hypothese: Das Auto als Allegorie (gewisser) spätkapitalistischer Produktionsverhältnisse. *** Sogar der Fordismus als Produktionsparadigma trägt den Namen des Ford Model T. Die Massenherstellung aber bedeutet gleichzeitig dem Auto: nur Gebrauchsgegenstand. Mit dem Ende des Fordismus in westlichen Industrienationen korrespondiert ein Wandel der Ideologie des Autos. Das Versprechen auf Privatbesitz wurde eingelöst. Das Besondere ist ubiquitär, […]

»cogito ergo boom«

Ich denke, also bin ich. Descartes, in seinem Lehnstuhl behaglich am Feuer sitzend, den Zweifel bis auf seinen unwiderlegbaren Grund verfolgend: dass er zweifle. Alles könne man vergessen, auch den eigenen Körper, aber nicht das zweifelnde Ich. Aus der Gewissheit des Zweifelns und des guten Gottes folgt folglich die gesamte Welt. Wie Erbaulich. Und Descartes […]